Impressionen 1998

Inhalt:
Aus der Fähre-Info Nr. 3 vom Januar 1998:
1998 - ein denkwürdiges Jahr für die Fähre MEERSBURG ex KONSTANZ
LOND' IT LUCK!-html_nbsp~-html_nbsp~ (allemannisch: lass es laufen!)
Restaurierung auf der Werft nicht finanzierbar - der Bodensee selbst bietet uns Alternativen
Wie geht es weiter?
Weiteres:
Die Arbeiten mit einer festen Crew haben begonnen
Die Gewerbe-Akademie baut die neuen Steuerhäuser
Fähremodell an Seemuseum Kreuzlingen übergeben
Fähre-Ausstellung in der Konstanzer Gewerbe-Akademie
Regentanz ist angesagt!
Die Hilfe der Arbeitsämter steht
Die ersten beiden Original-Maschinen stehen kurz vor der Fertigstellung]


1998 - ein denkwürdiges Jahr für die Fähre MEERSBURG ex KONSTANZ

(aus der Fähre-Info Nr. 3 vom Januar 1998)

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Die Fähre vor 70 Jahren, auf ihrem ursprünglichen Bauplatz unter freiem Himmel.

In diesem Jahr jähren sich Stapellauf und Indienststellung unserer alten Dame zum 70.ten Mal.

Am 8. Februar 1928 verließ sie ihre einfache Balkenhelling unter freiem Himmel bei der Bodan Werft in Kressbronn als noch recht unfertiges Kasko, um schwimmend fertig ausgebaut zu werden. Bereits am 21.6. lief sie erstmals den Konstanzer Hafen an, am 30.9.1928 schließlich war der Tag der offiziellen Indienststellung. Sie verkehrte täglich von 7ºº bis 21ºº Uhr zwischen Staad und Meersburg, fuhr dabei 15 mal über den Überlinger See.

Aus Anlaß des Jahrestages ihrer Indienststellung wird ein Weinfest veranstaltet, den genauen Termin geben wir noch bekannt.

Das Datum für einen weiteren denkwürdigen Tag liegt noch nicht fest. Es hängt vom Wetter, genauer: vom Wasserstand, ab. Mit Hilfe des Spätsommer - Hochwassers wird unsere Fähre auf eine Helling (bei ihrem jetzigen Liegeplatz, der Konstanzer Autobahnbrücke) gezogen, die nach Ablaufen des Hochwasser Arbeiten an der seewärtigen Rumpfseite ermöglichen. Dieses Jahr wird somit eine Hälfte des Rumpfes renoviert: d.h. wo notwendig neue Stahlplatten eingesetzt, Rost und alte Farbe komplett entfernt, schließlich grundiert und neu gestrichen. Näheres hierzu lesen Sie im Bericht über das neue Renovierungskonzept für die MEERSBURG ex KONSTANZ. Sfm

LOND' IT LUCK!   (allemannisch: lass es laufen!)

(aus der Fähre-Info Nr. 3 vom Januar 1998)

Die Ebbe in den Kassen der öffentlichen Hand - rund um den Bodensee - kann für unseren Verein kein Grund zur Resignation bei der Instandsetzung unseres Schiffes, der 1. Bodensee-Autofähre MEERSBURG ex KONSTANZ sein!

Natürlich hatten wir in den letzten Jahren darauf gewartet und gehofft, daß die Länder und Kantone der Bodenseeregion zu den Kosten einer werftgemäßen Instandsetzung unseres Schiffes einen angemessenen Zuschuß leisten würden, so wie sie dies in den 80er Jahren bei der Instandsetzung der HOHENTWIEL in sehr anerkennenswerter Weise getan hatten.

Die Folgen der geringeren Steuereinnahmen und der stark gewachsenen Sozialhilfeausgaben bekamen wir schon bei unseren Verhandlungen mit dem Baden-Württembergischen Landesamt für Denkmalpflege zu spüren. Dieses Amt verfügt heute nur noch über einen Bruchteil der früheren Fördermittel. Die Folgen sind auch hier: Zurückstellung auf längere Frist.

In dieser Situation faßte die Vorstandschaft unseres Vereines den sicher segensreichen Beschluß, die Instandsetzung des Schiffsrumpfes außerhalb einer Werft anzugehen.

Herr Dipl.-lng. Ellegast, der Leiter des Schiffahrtsamtes Konstanz, entwickelte die Idee, am Ufer des gegenwärtigen Liegeplatzes unserer Fähre MEERSBURG ex KONSTANZ - direkt unter der neuen Rheinbrücke in Konstanz - einen speziellen Platz für die Arbeiten am Rumpf einzurichten. Dorthin soll das Schiff bei höherem Wasserstand im Sommer 1998 gebracht werden. Im Herbst 1998, bei sinkendem Wasserstand, würde es dort aufsitzen und die Arbeiten könnten beginnen.

Derzeit ist die Vorstandschaft unseres Vereines dabei, handwerklich entsprechend qualifizierte Arbeitslose über die Arbeitsverwaltungen in Kreuzlingen und Konstanz zu gewinnen, mit den in der Schweiz und in der BR Deutschland üblichen Personalkostenzuschüssen der Arbeitsverwaltungen. Auch mit Konstanzer Industriebetrieben wird über eine möglichst kostengünstige Bereitstellung der erforderlichen technischen Hilfsmittel verhandelt.

Im ganzen gesehen wollen wir also den Versuch unternehmen, auch in den finanziell und wirtschaftlich härter gewordenen Zeiten unser Vorhaben zum Ziel zu bringen.

Wenn die Dinge einmal im Laufen sind, werden wir uns natürlich nochmals an die Internationale Bodensee-Konferenz mit der Bitte um Unterstützung wenden. Dann mit dem Hinweis, daß wir mit unserem Weg ein Beispiel alemannischer Ausdauer und Zähigkeit, nicht zuletzt auch der Sparsamkeit setzen, was denn doch der Unterstützung durch die Länder und Kantone wert sei.

Auf diesem Weg wird es sicher noch einige größere Steine zum Wegräumen geben. Aber auch dabei wird unsere Devise sein,

Lond it luck!

Altlandrat Klaus Henninger

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Altlandrat Klaus Henningerstellte unser Projekt in Lochau den Bürgermeistern der Region vor.

Restaurierung auf der Werft nicht finanzierbar - der Bodensee selbst bietet uns Alternativen

(aus der Fähre-Info Nr. 3 vom Januar 1998)

Einsparungen bei den Bauzuschüssen machen Neuorientierung bei Finanzierung und Ausführung der Arbeiten nötig. Neues Renovierungskonzept bei der Jahresvollversammlung beschlossen.

Das Jahr 1997 brachte für den Fähreverein einige finanzielle Turbulenzen mit sich. Durch ein vorstandsinternes Stühlerücken bei den Mannheimer Motorenwerken stand die ursprüngliche Zusage einer kostenlosen Instandsetzung der beiden Dieselmotoren immer wieder in Frage. Zu- und Absagen wechselten sich ab - lange Zeit war die Lage völlig unklar. der Werft abholen zu können. Ärmel hochkrempeln und zupacken ist heute angesagt! Dank des hartnäckigen Einsatzes von Klaus Henninger, Landrat i.R., liegt uns mittlerweile die schriftliche Zusage der Mannheimer Motorenwerke vor, die Maschinen für uns wieder zum Laufen zu bringen. Die Arbeiten sollen im Laufe dieses Jahres durchgeführt werden. Der Wert ihres Engagementes wird von MWM mit DM 400.000,- beziffert.

Die Hiobsbotschaft kam vom Baden-Württembergischen Landesamt für Denkmalpflege, das zur Zeit mit nur noch einem Drittel ihres bisherigen Etats auskommen muß. Hiernach sollte die MEERSBURG ex KONSTANZ trotz ihres Status' als technisches Denkmal vorerst keine Gelder erwarten können. Mittlerweile zeigt sich doch wieder ein schmaler Silberstreif am Horizont: der Verein wurde vom Denkmalamt aufgefordert, einen Zuschußantrag auf Mittel zur Instandsetzung der alten Antriebs- und Ruderanlage zu stellen.

Die öffentlichen Mittel sind heute überall knapp geworden. Vorbei sind endgültig die Zeiten, da wir damit rechnen konnten, ein frisch poliertes über die Toppen geflaggtes Schiff von der Werft abholen zu können. Ärmel hochkrempeln und zupacken ist heute angesagt !

Wir verfügen in absehbarer Zeit über renovierte Motoren und, dank Vermittlung von Dipl.Ing. Ellegast vom Schiffahrtsamt Konstanz, besitzen wir unter der Konstanzer Autobahnbrücke einen kostengünstigen und trockenen Bauplatz. Ein gutes Fundament für die weitere Planung.

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Hier unter dem schützenden Dach der neuen Rheinbrücke in Konstanz soll die Fähre von diesem Jahr an restauriert werden.

Wie geht es weiter?

(aus der Fähre-Info Nr. 3 vom Januar 1998)

In den nächsten Wochen, bei Niedrigwasser, beginnen die Planierarbeiten für eine provisorische Helling unter der Konstanzer Brücke. Bei Höchststand des Spätsommer-Hochwassers wird unsere alte Dame auf diese Helling gezogen. Nun kann bereits mit Arbeiten z.B. am Deck begonnen werden. Bei Niedrigwasser liegt das Schiff trocken, sodaß an der seewärtigen Rumpfseite die Außenhaut instandgesetzt werden kann. Parallel dazu beginnen die Arbeiten im Schiffsinneren, einige Bodenwrangen müssen ausgebessert werden, die Motorenfundamente gerichtet, der Rumpf auch innen neu konserviert und gestrichen werden.

Im darauf folgenden Spätsommer 1999 wird der Rumpf zu Wasser gelassen, gewendet und erneut auf die Helling gezogen - die Arbeiten an der anderen Seite des Unterwasserschiffes können beginnen.

• Dipl.Ing. Ellegast übernimmt in seiner Freizeit ehrenamtlich die Bauleitung.

• Das schweizerische Arbeitsamt in Kreuzlingen stellt uns, für den Vereinkostenlos, qualifizierte Arbeitslose zu Verfügung

• Mit dem Arbeitsamt Konstanz sind ebenfalls Gespräche über Hilfe im Rahmen von ABM-Maßnahmen im Gange,

• Es liegen mittlerweile auch Zusagen von Firmen nicht nur aus dem Raum Konstanz vor, technisches Hilfsgerät zur Verfügung zu stellen bzw. Reparaturarbeiten kostenfrei zu übernehmen.

• Die im Verhältnis geringen Eigenmittel des Vereines können somit auf die Beschaffung von Instandsetzungsmaterial und Werkzeug konzentriert werden.

Gelder aus öffentlichen Töpfen sind für unser Projekt, die Erhaltung und Wiederinbetriebnahme der MEERSBURG ex KONSTANZ sind auch in Zukunft in Sicht. Sie werden fließen, wenn ersichtlich ist, daß wir als Verein die Arbeiten auch eigenständig in Angriff nehmen können und uns nicht so leicht klein kriegen lassen. Spätestens dann werden wir auch Unterstützung erhalten. Wie gesagt - die hochglanzpolierten, über die Toppen getakelten Tage sind vorbei. Also: packen wir's an ! Sfm



Die Arbeiten mit einer festen Crew haben begonnen

Seit dem 10. März 1998 hat der Verein vier Mann fest eingestellt, um die Restaurierungsarbeiten an der alten Fähre voranzutreiben. Mit dem 1. April wird die ständige Mannschaft auf maximal acht Mitarbeiter aufgestockt.

Die ersten Tätigkeiten dienten dazu, die Baustelle einzurichten und die Anlandnahme des Schiffes unter der neuen Konstanzer Rheinbrücke vorzubereiten.

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Die erste Mannschaft beim Planieren der Slipanlage

Seit dem 14. März wird auch am Schiff selbst Hand angelegt. Als erstes gilt es, das alte Holzdeck zu entfernen, um den Schiffsrumpf für die kommenden Arbeiten besser zugänglich zu machen.

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Auch eine trockene Tagesunterkunft mit Seesicht ist für die Mannschaften vorhanden.
Den grauen 'Luxuscaravan' stellte uns das Kreuzlinger Bauunternehmen Brunner-Erben für die Zeit der Restaurierungsarbeiten kostenlos zur Verfügung.

Die Gewerbe-Akademie baut die neuen Steuerhäuser

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Das alte Steuerhaus ist das Muster für die beiden Neubauten.
V.l.n.r.: zwei Auszubildende von der Gewerbeakademie, Klaus Kramer und Frau Scholastika Klotz, die leitende Meisterin der Schreinerklassen.

In Räumen der Gewerbe-Akademie der Handwerkskammer in Konstanz wurde das letzte erhaltene Steuerhaus der alten Fähre wieder aufgebaut. Das altersbedingt stark beschädigte und zum Teil verrottete Holzhaus dient als verbindliche Vorlage für die kommenden Neubauten. Schüler der Schreinerklassen werden die beiden neuen Steuerhäuser für die MEERSBURG ex KONSTANZ im Laufe dieses Jahres neu anfertigen.

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Die traurigen Überbleibsel des letzten Steuerhauses glichen vor dem Wiederaufbau einem Haufen Brennholz

Weil von den ursprünglichen beiden Steuerhäusern keine Pläne mehr existieren, hatten Mitglieder unseres Vereins das alte Haus während des Werftaufenhaltes 1997 mit der gebotenen Vorsicht demontiert und eingelagert. Neben dem alten Steuerhaus werden zusätzlich historische Fotografien aus den ersten Jahren der Schiffes herangezogen, um den ursprünglichen Zustand im Jahre 1928 zu rekonstruieren.

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Auszubildende bei der Montage des alten Hauses

"Für mich ist das eine Herausforderung," meint Frau Klotz, Meisterin der beiden Schreinerklassen, die sich auf die kommenden Arbeiten bereits freut. Zwei Gruppen von Umschülern und Fachpraktikanten werden im Rahmen ihrer Schreinerausbildung an der Akademie mit dem Bau beschäftigt sein. Für die Lehrlinge bietet sich hierbei die Gelegenheit, auch traditionelle Techniken und Holzverbindungen kennenzulernen und in der Praxis anzuwenden. Eine völlig neue Erfahrung wird für die kommenden Bau- und Möbelschreiner sein, daß es auf einem Schiff so gut wie keine rechten Winkel gibt.

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Wie bei einem Puzzle mußten die Einzelteile des Hauses zusammengefügt und neu fixiert werden

Die beiden neuen Steuerhäuser werden vermutlich Ende dieses Jahres bzw. Anfang des Jahres 2000 fertiggestellt sein. Zuvor müssen jedoch noch genaue Pläne nach alten Fotografien und dem Originalhaus angefertigt werden. Nach diesen und dem Original werden die angehenden Schreiner dann in den kommenden Monaten arbeiten. kk

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Mit viel Elan gingen die Schüler an den
Zusammenbau des alten rotten Hauses

Fähremodell an Seemuseum Kreuzlingen übergeben

Ein maßstabsgetreues Modell der Mutter aller europäischen Binnensee-Automobilfähren ziert nun auch die Dauerausstellung des Seemuseums in Kreuzlingen. Kapitän Meyer, aktives Mitglied unseres Vereins und selbst Sammler von historischen Fährkleinodien, überreichte dem Leiter des Museums Hans-Ulrich Wepfer (links im Bild) am 23.11.1998 eine Miniaturausgabe unseres Schiffes als Dauerleihgabe. Das Fähremodell wird im Seemuseum in einer eigenen Vitrine, zusammen mit historischem Bildmaterial, einen Ehrenplatz finden.

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Fähre-Ausstellung in der Konstanzer Gewerbe-Akademie

Im Foyer der Gewerbe-Akademie in Konstanz findet zur Zeit eine kleine Ausstellung zu unserem Fähreprojekt statt. Gezeigt werden unter anderem historische Fotografien aus den besten Jahren unserer Fähre sowie Bilder von den Restaurierungsarbeiten am Schiff.

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In der Schreinerklasse der Konstanzer Schule werden in den nächsten Wochen die beiden Steuerhäuser der Fähre originalgetreu nachgebaut. Als Vorlage dienen hierbei die maroden Reste eines alten Originalhauses, das während der Liegezeit auf der Bodanwerft von Mitgliedern demontiert und nun in der Berufsfachschule als Vorlage provisorisch wieder aufgestellt wurde.

Regentanz ist angesagt!

Der Pegelstand des Bodensees spielt bei unserem Vorhaben eine zentrale Rolle. Um die MEERSBURG ex KONSTANZ auf den vorbereiteten Slip zu bringen, ist ein Pegel von 4,20m Voraussetzung. Letztes Jahr stand der Pegel im Juli z.B. bei 4,33m; dieses Jahr lag er zur gleichen Zeit bei 3,64m und somit deutlich unter dem langjährigen Durchschnitt - und für die Fähre eindeutig zu tief. Bleibt nur, auf Regen zu hoffen. Vielleicht hilft ein gemeinsamer Regentanz aller Fähremitglieder, allabendlich während dem zweiten Werbeblock?

Im Ernst: sollte der Pegel nicht deutlich steigen, steht der diesjährige Sliptermin in Frage. Das nächste Hochwasser wird vermutlich erst im kommenden Frühjahr stattfinden.

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Bau der Slipanlage unter der Konstanzer neuen Rheinbrücke.

Die Hilfe der Arbeitsämter steht

Unabhängig von der Slipproblematik gehen die Vorbereitungen zur Restaurierung der Fähre weiter. Sie sind inzwischen in einem Stadium, in dem verschiedene Gewerke konkret angegangen werden. Nach einem koordinierenden Gespräch zwischen den Arbeitsämtern Kreuzlingen und Konstanz, dem Landesdenkmalamt und Vertretern unseres Vorstandes wurde bei der Gewerbeakademie der Handwerkskammer Konstanz der Schlitten für die Helling gebaut. Der Neubau der beiden fehlenden Deckshäuser ist ebenfalls bei der Gewerbeakademie in Planung und wird unabhängig von den Arbeiten am Rumpf ausgeführt. Das Arbeitsamt Kreuzlingen konnte von einer schweizer Baufirma einen Wagen für die Unterbringung von Material und Werkzeug beschaffen. Wir sind bereit.

Die ersten beiden Original-Maschinen stehen kurz vor der Fertigstellung

In Mannheim stehen die ersten Original-Motoren aus dem Jahre 1928 kurz vor der Vollendung. Es handelt sich um eine der beiden 90PS-Hauptmaschinen sowie um den Hilfsdiesel, der zur Stromerzeugung und zum Füllen der Preßluftflaschen diente. Die Preßluft ist zum Starten der Hauptdiesel notwendig. Sogar der alte Stromgenerator, an dessen Rettung keiner mehr so recht geglaubt hatte, steht neu gewickelt und generalüberholt da.

Der Zusammenbau der ersten Hauptmaschine ist nahezu abgeschlossen. MWM hat auch hier ganze Arbeit geleistet. Sämtliche Weißmetall-Lager mußten neu eingegossen und aufgebohrt werden. Obwohl MWM zu den größten Schiffsmaschinen-Herstellern zählt und über 10.000 PS starke Schiffsmaschinen von gewaltigen Dimensionen baut, gab es z.B. Probleme, geeignetes Bohrwerkzeug für die Wellenlager unserer alten Veteranen aufzutreiben. Mittlerweile haben die Mannheimer auch diese Probleme gelöst und wir können einer von Grund auf restaurierten Maschine entgegensehen. Nach dem Zusammenbau wird die erste Maschine auf dem Prüfstand mit aller Sorgfalt eingefahren.

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Mit der Restaurierung der alten Maschinen erbringen die Motorenwerke-Mannheim für den Verein Sachleistungen, deren finanzieller Wert um DM 400.000.- einzuordnen ist.

Die Maschinen unserer Fähre waren zwischen 1928 und 1963 auf der Fährlinie Staad-Meersburg Tag für Tag ununterbrochen in Betrieb. Wenn die Motoren über 70 Jahre nach ihrer Indienststellung wieder auf Fahrt gehen, werden sie für die Qualität der Mannheimer Motoren ein bestes Zeugnis abgeben.

Es ist vorgesehen, daß die Maschinen nach ihrer Fertigstellung mit einer historischen Dampflokomotive der Stuttgarter Eisenbahnfreunde ADLER nach Konstanz gebracht werden. kk