Berichte aus dem Jahr 2003

Inhalt:
Unsere Fähre - Mittelpunkt am bundesweiten Tag des offenen Denkmals
Endlich: Alte Lady in neuem Glanz
Frischer Wind auf unserer Restaurierungswerft
Der Stand der Arbeiten im August 2003
Tag der offenen Baustelle am 06.07.2003
Autofreier Sonntag 2003
Die Ankunft der historischen Maschinen
Rechenschaftsbericht für das Vereinsjahr 2002/03
Das Fernsehteam des SWR auf unserer Baustelle
Benefizveranstaltung zu Gunsten der Fähre auf Schloss Salem
Sponsoring
Mitarbeiter gesucht
Mithilfe von Mitgliedern

Unsere Fähre - Mittelpunkt am bundesweiten Tag des offenen Denkmals

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Am Tag des offenen Denkmals, am 14. September 2003, war unsere Fähre Mittelpunkt der Stadt Konstanz. Vor fast auf den Tag genau 75 Jahren hatte das Schiff seinen Fährdienst zwischen Meersburg und Konstanz-Staad aufgenommen. Bürgermeister Volker Fouquet hielt auf unserer gut besuchten Werft die Begrüßungsansprache. Bilder und Schautafeln informierten über das Projekt und dokumentierten den Baufortschritt.

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Volker Fouquet, Bürgermeister der Stadt Konstanz, hält die Eröffnungsansprache. Er stellte hierbei besonders die Initiative des Vereins in den Vordergrund.

Für den Verein bedeutete die Eröffnungsansprache Bürgermeister Fouqets auf unserer Baustelle auch eine Anerkennung durch die Stadt Konstanz. Nachdem sich die Stadt in den letzten Jahren an unserem Projekt eher uninteressiert gezeigt hatte, bekannte sich nun bereits zum wiederholten Mal ein Repräsentant der Stadt zu dem in ihren Mauern befindlichen Gründungsschiff der Stadtwerke und zu unserem Projekt. Es bleibt zu hoffen, dass das gezeigte Interesse auch über das Jubiläumsjahr der Fähre hinaus Bestand hat.

Im Anschluss an die Eröffnungsansprache überreichte Bürgermeister Volker Fouqet unserem Verein, vertreten durch Klaus Kramer, symbolisch einen Scheck über 500 Euro. Herzlichen Dank für diese Hilfe!

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Bürgermeister Volker Fouquet dankte den Vereinsmitgliedern für das langjährige und unermüdliche Engagement und unser zähes Durchhaltevermögen.

Zur Feier des Tages strahlte die alte Dame erstmals in ihrem neuen feuerorangefarbenen Unterkleid. Um das Schiff noch rechtzeitig unter Farbe zu bekommen, hatte unsere Mannschaft über Wochen von morgens früh bis oft nach Mitternacht durchgearbeitet. Auf das Ergebnis können unsere Leute stolz sein.

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Unmittelbar neben der frisch gemalten Fähre und mit Blick auf den Seerhein schmeckte es besonders gut.

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Großes Interesse fanden die von MWM/Deutz restaurierten alten Maschinen. Armin Borontschuk (Mitte) beantwortete die Fragen aus dem Publikum.

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Unter dem Motto: "Mit Essen und Trinken unterstützen Sie die Fähre!" wurden die Besucher von unserem Küchenteam zuvorkommend bewirtet. Aus Stuttgart waren eigens Vorstandsmitglieder der Stuttgarter Denkmalstiftung, angereist, und sorgten mit viel Elan, heißen Würstchen und kühlen Getränken für das leibliche Wohl der rund 600 Denkmalbesucher.

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Wilfried Birk und Herr Müller waren für die fachkundige Bedienung des Würstchenkessels zuständig.

Endlich: Alte Lady in neuem Glanz

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Unsere Lady eisenblank. Die Sandstrahlarbeiten erledigte die Ravensburger Firma Schulz Sandstrahltechnik mit großer Sorgfalt. Herr Schulz spendete dem Verein darüber hinaus einen großen Teil der Kosten. Hierfür von uns nochmals ein großes Dankeschön.

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Ecken, Winkel und Kanten müssen im vorab von Hand grundiert werden. Beim Farbauftrag durch Spritzen könnten hier Fehlstellen entstehen.

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Vorstreichen auf dem Gerüst. Während das Sandstrahlunternehmen tagsüber den Rumpf eisenblank strahlte, mussten unsere Leute anschließend das Strahlgut wegräumen, die gestrahlten Flächen staubfrei saugen und Ecken und Winkel vorstreichen. Diese Arbeiten dauerten bis weit in die Nacht hinein. Oft sah man noch bis spät nach Mitternacht Licht auf dem Schiff. Am darauf folgenden Morgen wurden die Flächen im Airlessverfahren gespritzt. Ein Tag später konnte der zweite Farbanstrich aufgebracht werden.

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Eine Hälfte des Schiffes und der Schiffsboden stehen hier bereits unter Farbe, die Außenhaut links ist eisenblank gestrahlt und wartet auf den ersten Anstrich.

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Mit dem Airlessverfahren ist bei größeren Flächen gleichmäßiges und schnelles Auftragen der Grundierung möglich.

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Unsere alte Dame in ihrem neuen orangeroten Unterkleid. Im Schiffsinneren wird hier noch gearbeitet. Zum Schutz der Umwelt ist ein Teil des Decks eingehaust. Innen und außen wurden bisher insgesamt zwei Grundierungsanstriche aufgetragen. Hierauf folgt dann nach Fertigstellung der eigentliche Farbanstrich.

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Mehr als 40 Tonnen Strahlgut wurden innen und außen auf den Rumpf geblasen, um die unzähligen Farbschichten und Rostplacken zu entfernen, die das Schiff in seinen 75 Jahren erhalten hatte.

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Blick unter die hermetisch abschließende Plane über das eingehauste Deck. Kein Sandkrümel durfte hier in direkter Nähe zum Seerhein nach außen dringen, sonst hätten wir die Arbeiten einstellen müssen. Der Bodensee ist Trinkwasserreservoir für viele Tausende von Menschen.

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Besonders im stark verwinkelten Schiffsrumpf musste die Grundierung über weite Flächen von Hand aufgetragen werden. Es war eine langwierige und extrem anstrengende Nachtarbeit, die nur mit dicht sitzenden Atemschutzmasken durchgeführt werden konnte. SJ

Frischer Wind auf unserer Restaurierungswerft

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Joannis Gerlitzki leitet seit Juni 2003 die Restaurierungsarbeiten.

Am 25. Juni 2003 hat Joannis Gerlitzki die Leitung unserer Restaurierungsbaustelle übernommen. Der gelernte Metallbaumeister hat bereits einschlägige Erfahrungen bei den unterschiedlichsten gemeinnützigen und denkmalgeschützten Projekten und den stets damit einhergehenden Nöten und Problemen sammeln können.

Nach Abschluss seiner Lehre als Metallbauer arbeitete Herr Gerlitzki mehrere Jahre als Schlosser und Hilfsschmied in Berlin bei einer Bau und Kunstschlosserei.

Bei verschiedenen gemeinnützigen Projekten in Mittelamerika sammelte er als Entwicklungshelfer erste Erfahrungen als Bauleiter sammeln. In Talolinga, Nicaragua, war er "für eine Handvoll Reis und Bohnen" maßgeblich am Aufbau eines Siedlungsdorfes mit einer Traktorenwerkstatt beteiligt. In Ticanteppe, Nicaragua, baute er für die dortige Bevölkerung eine Nähmaschinenwerkstatt auf.

Wieder nach Deutschland zurückgekehrt wurde Joannis Gerlitzki Assistent und rechte Hand eines rennomierten Berliner Architekten bei der Sanierung mehrerer denkmalgeschützter Großprojekte. Anschließend war er als Ausbilder an der Berliner Werkschule für Elektrotechnik tätig.

Hiernach arbeitete er unter eigener Regie an mehreren Berliner Denkmalprojekten.

Familiäre Gründe führten Joannis Gerlitzki, seine Frau und seine beiden Kinder nach Konstanz. Hier ließ er sich an der Gewerbeakademie Konstanz zum Meister im Metallbau ausbilden.

Obwohl Joannis Gerlitzki nach seiner mit Erfolg bestandenen Meisterausbildung ein besser dotiertes Angebot aus der Industrie bekommen hatte, entschied er sich für unseren Baustellenleiterposten. Er sagt: "Man definiert sich über das, was man tut. Und ich bekomme wahrscheinlich nur einmal im Leben die Chance ein solches Projekt zu leiten." Seine Familie stand bei dieser Entscheidung hinter ihm.

Wir sind davon überzeugt, in Joannis Gerlitzki einen fachlich kompetenten und denkmalbewusst vorgehenden Projekteiter für unsere kleine Restaurierungswerft gefunden zu haben, der mit fundierten Sachkenntnissen, viel Improvisationstalent und Einfallsreichtum überzeugen wird. Unsere alte Dame wird in seinen Händen bestens aufgehoben sein.

Wir bitten alle Freunde unserer Fähre, Joannis Gerlitzki künftig bei seiner schwierigen Aufgabe zu unterstützen. kk (Stand: Juni 2003)

Der Stand der Arbeiten im August 2003

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Blick in den Nietenkocher

Die Renovierungsarbeiten des Schiffrumpfes sind abgeschlossen.
Seit Juli haben wir mit den Nietarbeiten am Schanzkleid begonnen. Als sichtbares Teil des Schiffes soll dieses in der ursprünglichen Nietbauweise wieder hergestellt werden. Das notwendige Nietwerkzeug wurde uns freundlicherweise von den Eisenbahn-freunden HISTORISCHER SCHIENENVERKEHR WESEL e.V in Wesel und von der BODAN-Werft in Kressbronn zur Verfügung gestellt.

Den Nietofen konnten wir bei der Firma ANGELE in Ochsenhausen bei Biberach zu einem besonders günstigen Mietpreis entleihen. Auch die nötigen Nieten besorgte uns die Firma ANGELE zu einem 'Fährespezialpreis'.

An alle Leihgeber und Helfer ein herzliches Dankeschön!

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Joannis Gerlitzki mit dem Niethammer am fliegenden Arbeitsgerüst am Schiffsrumpf.

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Um die Nietenschäfte von außen zu schmieden, werden die Nietköpfe von Marc Opfermann von innen gegengehalten.

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Der Nietenkocher bei der Arbeit. Die Nietschäfte müssen die richtige Röte haben, der Nietkopf muß dagegen möglichst kühl bleiben.

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Da die 13 mm starken Nieten nicht in der passenden Länge beschafft werden konnten, werden sie hier auf dem Bild von Ivan Fröher abgelängt.

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Jarek Konieczny passt die letzte Wellenhose an den Schiffsrumpf an.

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Dipl. Ing. Armin Borontschuk und Joannis Gerlitzki besprechen die Ausrichtung der Wellenlager.

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Im künftigen 'modernen' Maschinenraum, vor den Kollisionschotten besprechen Dipl. Ing. Armin Borontschuk und Joannis Gerlitzki anhand eines vorläufigen Holzmodells und den zertifizierten Bauplänen den Einbau der eisernen Motorenfundamente.

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Technischer Ausschuss einmal anders: In Anbetracht des schönen Wetters sind wir unserer alten Dame etwas näher gerückt und lassen sie an unseren Beratungen teilhaben.

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Viel Kopfzerbrechen und ein bitterernstes Gesicht unseres Kassenwartes Andreas Thöni (ganz rechts) verursachte die kostspielige Auftragsvergabe der bevorstehenden Sandstrahlarbeiten.

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Vorstandshund Dolly genießt die Sitzungen des Technischen Ausschusses, um sich bei einer ausgiebigen Streichelrunde von allen Teilnehmern rundherum verwöhnen zu lassen.

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Aus Ravensburg konnten wir leihweise zusätzliche Stapelhölzer zum Umsetzen des Schiffes erhalten. Dies wird für die anstehenden Sandstrahlarbeiten benötigt, mit denen wir am 18 August beginnen werden und für die 4 Wochen angesetzt sind.

Tag der offenen Baustelle am 06.07.2003

Am Sonntag, dem 06. Juli 2003 feierten die Fährebetriebe der Stadtwerke Konstanz ihren 75.Geburtstag. An diesem runden Geburtstag unserer Fähre zeigten die Stadtwerke Konstanz erstmals öffentlich Flagge für ihr Gründungsschiff und unser Restaurierungsprojekt. Die Stuttgarter Zeitung schrieb: "Neuerdings sind auch die ursprünglichen Betreiber, die Konstanzer Stadtwerke mit im Boot". Auf dem Staader Festgelände stellten die Städtischen Verkehrsbetriebe dem Verein großzügig einen repräsentativen Zeltpavillon zur Verfügung. Hier hatten wir die Möglichkeit, dem interessierten Festpublikum historische Fotos des Schiffes und Bilder von den Restaurierungsarbeiten zu zeigen.

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Gut besucht war unser Vereinspavillon auf dem Festplatz der Stadtwerke Konstanz.

Bei der Veranstaltung durfte natürlich auch die Urmutter aller Binnenseefähren und Gründungsschiff der Konstanzer Fährereederei unter der Schänzlebrücke nicht fehlen. Für Festbesucher hatten die Stadtwerke im Halbstundentakt eine Busverbindung vom Fährhafen zum Restaurierungsdock eingerichtet. Rund 200 Besucher nutzten die kostenlose Fahrgelegenheit zu unserer Baustelle. Daneben kamen aber auch viele Nicht-Festplatzbesucher, um sich mit ungewöhnlich großem Interesse über die Fortschritte der Restaurierungsarbeiten zu informieren. Mitglieder des Vorstandes und des Technischen Ausschusses gaben vor Ort Auskunft über das Projekt, über die historische Bedeutung des Schiffes und informierten über die Arbeiten am Schiff.

Durch die Veranstaltung konnten wir einige neue Mitglieder und mit Hilfe unserer Sammelkasse auch einige Spendengelder für unser Projekt gewinnen.
Vielbeachtetes Zentrum unseres Zeltes war das Modell der MEERSBURG ex KONSTANZ, an dem viele Gespräche geführt wurden und ältere Mitbürger von ihren eigenen Erlebnissen mit der Fähre berichteten.

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Die kleine Schwester, das Fähremodell MEERSBURG EX KONSTANZ.

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Brigitte pries mit großem Engagement unsere Fährehemden, Krüge und Aufkleber an.

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Schautafeln auf der Baustelle geben einen Überblick über das Einsatzgebiet der Fähre und ihre geschichtliche Bedeutung für den Bodenseeraum.

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Auf dem Deck des Schiffes, das jetzt noch Einblicke auf ihr Innenleben zulässt.

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Trotz aller Festlichkeiten, die Arbeiten gehen weiter.

Autofreier Sonntag 2003


Am autofreien Sonntag waren wir auf der Nordseite des Bodensees in Maurach, unterhalb von Birnau präsent. Unseren Stand hüteten die Vorstände Klaus Kramer (1. Vorsitzender) und Rudolf Christiani (Personalchef). Von Publikumsseite wurde uns reges Interesse entgegengebracht. Es kamen viele Anregungen und neue Vorschläge für den späterern Einsatz des renovierten denkmalgeschützten Schiffes. SJ (15. Juni 2003)

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Die bewegliche Fähreausstellung wird bei Schloss Maurach unterhalb der Birnau aufgestellt.

Die Ankunft der historischen Maschinen

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Die Maschinen der DEUTZ AG aus dem Werk in Mannheim treffen ein.

Der 22 Mai 2003 ist ein großer Tag für unsere kleine Fähre. Genau 75 Jahre später nach dem ersten Einbau der Originalmaschinen im Jahre 1928 kommt sie zum Ort Ihrer Jungfernfahrt zurück. Die ursprünglichen Maschinen wurden von den MOTOREN-WERKE Mannheim, heute DEUTZ AG, von Grund auf überholt, originalgetreu restauriert und wieder in Ihrem Heimathafen, auf unsere Baustelle in Konstanz angeliefert. Mit dieser Restaurierung spendete Deutz dem Verein eine Sachleistung im Wert von rund 120.000 Euro.

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Der Transport der Maschinen erweist sich als nicht ganz ungefährlich.

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Bei der schwindeleregenden Aktion ist vor allem das Feingefühl des Kranführers gefragt, der uns von dem Kranunternehmen BROZIAT in Allensbach, bei der wir uns nochmal herzlich bedanken möchten, kostenfrei zur Verfügung gestellt wurde.

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Doch mit vereinten Kräften kommt Sie dann doch noch sicher zum Stehen.

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Herr Kammleitner, Leiter der Entwicklung der DEUTZ AG kümmert sich persönlich um seine Schützlinge und legt Hand an.

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Er stellt sich allen Fragen der Presse und informiert über die technischen Besonderheiten.

Auch die heutige Abendausgabe der Landesschau hält es für erwähnungswert der Öffentlichkeit von dieser Auferstehung zu berichten. In den nächsten Wochen ist eine weitere Reportage in Planung.

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Der Südwestfunk ist von Anfang an mit dabei.

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Unsere Maschine ist eindeutig die Attraktion des Tages und hält dem Trubel um sie geduldig stand.

Doch nun zum Abschluß noch einmal einen Überblick auf unsere Neuankömmlinge:

Bei den Maschinen handelt es sich zunächst um ein der beiden Hauptantriebe mit jeweils 90 PS, sowie auch der kleine Hilfsdiesel mit 15 PS, der für die Stromerzeugung und das Auffüllen der Pressluftflaschen für die großen Maschine eingesetzt wurde. Für die Restaurierung hat die Deutz AG einen ehemaligen Arbeiter gefunden, der die Maschinen überholt hat.

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Die eisernen Ladies werden bewundert und regen zum Gespräch an. In diesem Zusammenhang möchten wir uns auch bei der FIRMA BÖHLER HOLZBAU in Salem bedanken, welche uns die stabilen Kisten zur sicheren Lagerung der Maschinen kostenfrei bereitstellte.

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75 Jahre Entwicklungsgeschichte im Motorenbau treffen auf einem Bild im Werk Mannheim der DEUTZ AG zusammen: Die schwarzgestrichene Originalmaschine von 1928 (links) vom Motorentyp RH 24 - S mit 6 Zylindern, 90 PS / 66 kW bei 500 Umdrehungen pro Minute gesellt sich zu den 2 modernen Aggregaten, die ebenfalls von der DEUTZ AG gespendet wurden. In Gelb gehalten (mitte) sehen wir den Motor des Typs TBD 616V12 mit 12 Zylindern, 1170 PS / 860 kW bei 2165 Umdrehungen pro Minute, im Vergleich zum grauen Nachfolgemodell (rechts) vom Typ TBD 620V16 mit 16 Zylindern, 2764 PS/2032 kW bei 1800 Umdrehungen pro Minute.
SJ (Mai 2003)

Rechenschaftsbericht für das Vereinsjahr 2002/03

(verlesen an der Mitgliederversammlung am 10. Mai 2003)

Ein wichtiger Meilenstein unserer Bemühungen, die erste Automobilfähre Europas MEERSBURG ex KONSTANZ als technisches Denkmal für die Nachwelt zu erhalten und wieder in Fahrt zu bringen, war mit Sicherheit die Hilfszusage der Denkmalstiftung Baden Württemberg über 2 x 50.000 Euro für die Jahre 2002 und 2003.

Die Benefizveranstaltung der Denkmalstiftung am 21. September 2002 im Festsaal auf Schloss Salem zu Gunsten unseres Vereins diente der Stiftung dazu, einen Teil dieser Mitte zu refinanzieren. Von den Anwesenden wurde ein Unkostenbeitrag von 50 Euro pro Person und eine nicht ganz 'geringe Spende' von 200,- Euro als Eintrittsgeld erwartet. Es ist naheliegend, dass kaum Mitglieder unseres Vereins sich das teure Abendessen auf Schloß Salem leisten konnten. Stattdessen war der komplette Finanz- und Hochadel der Region vollständig vertreten - angefangen bei den kaiserlichen und königlichen Fürstenhäusern derer von Hohenzollern, Württemberg und Baden, bis hin zu führenden Persönlichkeiten aus der Politik, Bankenwelt und der Industrie.
Als Festredner hatte man den Intendanten des Südwestdeutschen Rundfunks, Herrn Peter Voss, gewinnen können. Voss würdigte unsere Dame als 'eine technische Pioniertat' der Region und als eine 'authentische Urahnin aller Binnfährschiffe', auf den europäischen Binnengewässern.

Während der Veranstaltung wurden von der Denkmalstiftung Spenden im Wert von 35.000 Euro eingesammelt, über die ich symbolisch einen dicken Scheck erhielt. Dieser Betrag kommt uns jedoch nur indirekt zugute, denn er fließt in den großen Stiftungstopf, aus dem wir die zugesagten 100.000 Euro erhalten.

Die Veranstaltung selbst und ihre hohen Eintrittsgebühren sind wohl von einigen unserer Mitglieder missverstanden worden. Ich erhielt sogar die Kündigung eines Mitgliedes mit der Bemerkung, ob wir mit solchen Eintrittsgebühren nun völlig 'abheben würden'. Wenigstens in diesem Falle konnte ich klarstellen, dass nicht der Verein, sondern die Denkmalstiftung Baden-Württemberg der Veranstalter der Benefizveranstaltung sei, und dass wir lediglich indirekt von den Einnahmen des Abends profitieren würden.

Kritisiert wurde auch, dass die Denkmalstiftung mit der Veranstaltung gerade jene Weide abgrasen würde, aus der wir eigentlich die Mittel für unser Projekt schöpfen müssten.

Unser Verein wurde bei dieser Veranstaltung durch unseren Schatzmeister Andreas Thöni, Personalchef Rudolf Christiani und mich vertreten. Ich hatte mir bei der Stiftung zuvor allerdings ausbedungen, dass wir von den kostspieligen Eintrittsbedingungen ausgenommen würden. Anderenfalls hätten wir nicht teilnehmen können.

Für die Denkmalstiftung war die Unterstützung unseres Projektes ebenfalls Neuland. Wir sind für sie das erste durch eine private Bürgerinitiative getragene Projekt, das durch die Denkmalstiftung Baden-Württemberg unterstützt wird. Üblicherweise werden von ihr nur kommunale oder Landesprojekte mitfinanziert. Imponiert hatte den Stiftungsträgern das persönliche Engagement unserer aktiven Vereinsmitglieder, die Organisation der Arbeiten und die professionelle Vorgehensweise bei der historischen Restaurierung.

Dass diese positive Einschätzung möglich war, verdanken wir unserer aktiven Vereinsmannschaft und vor allem aber den beeindruckend kompetent vorgehenden Mitgliedern des Technischen Ausschuss.

Die Benefizveranstaltung hat unserem Projekt endlich die politische Anerkennung gebracht, die uns auf unserem weiteren Weg nützlich sein wird.

Die finanzielle Grundlage:


Dank der anerkennenden Unterstützung der mittlerweile drei gemeinnützigen Denkmalschutzinstitutionen - dem Denkmalamt des Landes Baden-Württemberg, der Denkmalstiftung Baden-Württemberg und der privaten Stuttgarter Denkmalstiftung GmbH konnten wir unser Projekt im vergangenen Jahr erstmals einen deutlichen Sprung voranbringen. Mit den zugesagten Mitteln war es zum ersten Mal seit Beginn unserer Arbeiten am Schiff möglich, relativ entspannt, aber trotzdem sehr vorsichtig zu planen und die unbedingt notwendigen Mittel sparsam einzukaufen.

Es scheint ein ehernes Gesetz bei Projekten, wie dem unseren zu sein, dass, sobald sich ein spärlicher Erfolg einstellt und sich durch Arbeit geschaffene Werte ankündigen, sich auch die vermeintliche Helfer mit ihren relativierten Geldversprechungen einfinden, die aus unserer ehrenamtlichen Arbeit für sich selbst finanziellen Gewinn erhoffen.

Dies musste ich ganz am Beginn unserer Vereinsarbeit erleben, als man das Projekt selbst erkennen konnte, aber noch nicht die Schwierigkeiten sah, die es bereiten würde. Dies mussten wir auch im vergangenen Jahr wieder erleben, nachdem sich mit den Mitteln der Denkmalinstitutionen endlich ein Erfolg unserer Bemühungen einzustellen scheint. So hieß es z. B. in einem Vorvertragsentwurf von schweizer Seite unter anderem: die schweizer Geldgeberin 'bemüht sich' Mittel für unser Projekt zu beschaffen, der Verein hätte für diese Bemühungen, gleichgültig, ob sie gefruchtet hätten oder nicht, der Geldgeberin ein 'maßgebliches' Vermarktungs- und Mitspracherecht über die Fähre einräumen müssen. Wenn ein solches Papier von einem Laien kommt, kann man sicher darüber dikutieren, wenn es aber von rechtskundiger Seite kommt, schrillen die Alarmglocken. Letztendlich hätte ein dermaßen formuliertes sogenanntes 'Hilfsanerbieten' bedeutet, dass alle ehrenamtlich aktiven Mitglieder unseres Vereins kostenlos für die Geldbörse eines cleveren Geschäftsmannes arbeiten würden. Bevor wir diesen hohen Preis für unsichere finanzielle Hilfe zahlen, bleibt eine ganz normale Bank in jedem Falle der bessere Weg.

Ich persönlich bin gerne bereit, mein bisschen Freizeit, mein Engagement und letztlich auch meinen Verdienstausfall für unser Schiff und für den Verein einzusetzen; ich wehre mich jedoch vehement, umsonst für die finanziellen Interessen Dritter zu arbeiten. Dies gilt in dieser Form auch für die übrigen aktiven Mitglieder unseres Vereins.

Letztendlich sind wir auch den Richtlinien unserer Hauptgeldgeber, den drei Denkmalinstitutionen, verpflichtet, die eine rein kommerzielle Nutzung der denkmalgeschützten MEERSBURG ex KONSTANZ ausschließen. Eine Nichteinhaltung dieser Grundbedingung könnte sämtliche Mittelzusagen verfallen lassen. Das anschauliche Modell HOHENTWIEL, bei dem die Mitglieder des Vereins die Restaurierung des Schiffes erst ermöglicht hatten, und das nun praktisch in den Besitz einer kommerziellen Betreibergesellschaft überführt wurde, ist, solange ich an dieser Stelle sitzen darf, in unserem Verein nicht möglich.

Was seit unserer letzte Mitgliederversammlung am Schiff geschah:


Außenhaut

Nachdem bereits im Vereinsjahr 2001/02 mit dem Ausbessern der defekten Außenhautflächen begonnen worden war, konnte unsere Mannschaft in den vergangenen 12 Monaten die letzten abgerosteten 23 qm Außenhaut erneuert. Insgesamt wurden am Schiff etwa 65 qm Außenhautbleche am Schiffsrumpf durch neue Platten ersetzt. Kleinere Rostflächen wurden durch Auftragschweißen ausgebessert.

Deck

Das Schiffsdeck wurde mit einem engmaschigen Gitternetz von 1.200 Messpunkten von innen und außen komplett durchgemessen. Die zu dünnen Blechplatten wurden entnietet und herausgebrannt. Insgesamt mussten rund 90 qm Deckfläche erneuert werden.

Der Unterbau des Decks war größtenteils noch gut erhalten, so dass hier nur Richtarbeiten an einigen verbogenen Deckträgern auf der Staader Seite und Reparaturen durchgeführt werden mussten.Die alten maroden Rahmen der Motorluken wurden durch neue nach altem Muster ersetzt.

Für die beiden neuen Maschinen wurden zusätzliche Öffnungen für Wartungsluken geschaffen.


Schiffskörper

Unter Deck wurde der Kiel neu aufgebaut und mit der Außenhaut verschweißt. Die Aufhängung für die beiden Ruderblätter wurden überholt.

Knotenbleche der tragenden Konstruktion wurden erneuert, Modelle für die Motorenfundamente wurden hergestellt.

Ein schweizer Mitarbeiter, den uns die Stiftung Zukunft in Frauenfeld zur Verfügung gestellt hatte, hat sich vorwiegend mit der Aufarbeitung der alten Bronzeventile, Lenzpumpen, Hähne und anderer Kleinteile beschäftigt. Diese wurden komplett auseinander genommen, gereinigt, poliert und wieder gangbar zusammengefügt.

moderner Antrieb

Die beiden neuen Vierzylinder-Maschinen für den Schottelantrieb mit jeweils 118 kw/2300 U/Min. sind bereits von Mannheim angeliefert und bei Speedwave in Kressbronn eingelagert. Die Maschinen sind eine weitere Spende der Motoren Werke Mannheim, heute Deutz AG, die bereits im Jahre 1928 den Schiffsantrieb geliefert hatten; und die nun auch 2 der 3 historischen Motoren als Spende für uns restauriert haben.

Brunnen für Schottel

In den Schiffsrumpf wurden die beiden Brunnen zur Aufnahme der zusätzlichen Schottelantriebe eingeschweißt. Herr Boronschuk hatte es möglich gemacht, dass die Brunnen durch die Firmen Voith und VA-Tec in Ravensburg als Sachspende angefertigt wurden.

Die Finanzierung der Schottelantriebe selbst bereitet uns noch Kopfzerbrechen. Hier hätte ein geschichtsbewusster Sponsor die Möglichkeit für die Region nachhaltig Gutes zu tun.

alte Maschinen

Eine der beiden historischen Hauptmaschinen und der Hilfsdiesel wurden von den Motoren Werken Mannheim/Deutz fertiggestellt und lackiert und werden am kommenden Donnerstag zwischen 14.00 Uhr und 14.30 Uhr bei uns auf der Baustelle eintreffen. Der Südwestfunk wird die Ankunft der beiden 'eisernen Herzen' unserer Fähre für die Landesschau aufnehmen.

Die dritte Maschine steht weiterhin in Stadtprozelten/Main und wartet auf bessere Zeiten. Deutz sieht sich derzeit nicht in der Lage, die Reparatur der 3. Maschine auch noch zu finanzieren.

Die Restaurierungskosten für die dritte Maschine belaufen sich auf ca. 30.000,- Euro. Entweder es findet sich ein Sponsor, der die Grundüberholung finanziert, oder wir müssen zunächst auf den Einbau dieser Originalmaschine verzichten.

Schanzkleid

Auf Deck wurden rund 60 m Bleche für das Schanzkleid neu angefertigt. aufgestellt und ca. 3.000 Bohrungen für die Nieten eingebracht. Demnächst kann hier mit den sichtbaren Nietarbeiten begonnen werden.

Sandstrahlen

Im Anschluß an die Nietarbeiten können wir das Sandstrahlen des Schiffes innen und außen und das Aufbringen des Rostschutzgrundes in Angriff nehmen.

eiserne Deckshäuser

Der nächste Arbeitsschritt am Schiff wird die Restaurierung der beiden noch vorhandenen Deckshäuser sowie der Neubau der beiden fehlenden Decksaufbauten sein. Hier steht uns noch ein kniffliges Stück Arbeit bevor. Die alten Häuser sind ziemlich dünngerostet. Das Denkmalamt besteht auf der Restaurierung der Originalhäuser. Die Instandsetzung der alten Häuser werden jedoch mit 80% bezuschusst. Die neu anzufertigenden mit 40%.

hölzerne Steuerhäuser

Die Schreinerklasse der Gewerbeakademie in Konstanz unter ihrem Ausbilder Herr Hoffmann hat mittlerweile mit dem Bau der neuen hölzernen Steuerhäuser begonnen. Als Vorlage dient das alte überlieferte und total rotte Holzhaus, das wir bei der Demontage retten konnten. Die Rahmen sind bereits zusammengefügt und man wird bald fertige Ergebnisse sehen können.

Ruderblätter

Auch die Ruderblätter befinden sich derzeit zur Überholung in der Gewerbeakademie. Die abgenutzten Lagerbolzen werden hier durch Auftragschweißen wieder auf ihren ursprünglichen Umfang gebracht.

Danke!

Dass die bisherigen Arbeiten in dieser umsichtigen und denkmalgerechten Form durchgeführt werden konnten, verdanken wir der professionellen Arbeit der Mitglieder unseres Technischen Ausschusses und seiner Fachberater, wie z.B. Ivan Trtjani von der Bodan Werft. Im Namen unseres Vereins möchte ich mich an dieser Stelle bei unserer tollen Mannschaft ganz herzlich bedanken.

Bedanken möchte ich mich natürlich auch bei unseren Helfern und Sponsoren, die vieles für uns Unmögliche durch ihre Hilfe möglich gemacht haben.

Auch ein großes Danke an die Vereinsmitglieder, die uns bisher ihr Vertrauen geschenkt und unserem Schiff die Treue gehalten haben.

Tag des offenen Denkmals


In diesem Jahr wird unsere alte Dame 75 Jahre alt.

Es war einmal die Rede davon, dass das Schiff im September, wenn auch unfertig, bereits im Wasser liegen könnte. Dies wäre möglich gewesen, hätte allerdings vorausgesetzt, dass sich die Stadt Konstanz bzw. die Stadtwerke ein wenig mehr für ihr erstes Schiff und ihr erstes Gründungsfahrzeug einsetzen würden. Verbal wurde uns diese notwendige Hilfe bereits mehrmals angekündigt und wieder bestätigt, doch an Taten fehlte es bisher. Also werden wir das 75-Jährige Dienstjubiläum der ersten Bodenseefähre und ersten Binnensee Automobilfähre Europas zunächst einmal auf dem Trockenen begehen müssen.

Es ist geplant, am 15. September, dem Tag des offenen Denkmals, die Türen und Luken zu öffnen und Interessierten das Projekt vorzustellen. Die Denkmalschutzbehörde möchte zu diesem Anlass eine würdige Eröffnung gestalten. Wir sollten an diesem Sonntag etwas anbieten können und zur Organisation beitragen, Einladungen aussenden, usw. Schön wäre auch eine kleine Ausstellung über unsere Arbeit. Daher, wie bei jeder unserer Veranstaltungen, die übliche Frage.:

Wer macht mit?

Klaus Kramer

Das Fernsehteam des SWR auf unserer Baustelle

Auf unserer Baustelle ist immer etwas los. Sie ist Anziehungs-punkt für Zuschauer und auch das Kamerateam des SWR, die einen Film anläßlich des 75 jährigen Fährejubiläums unserer Fähre und des Konstanzer Fährbetriebes drehten und nebenbei die Fortschritte auf unserer Baustelle dokumentieren, sind unsere treuen Begleiter.

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Das Fernsehteam des Südwestfunks dokumentiert die Fortschritte auf der Baustelle.

Die frohe Kunde lockt auch einen ehemaligen Schifffsführer und einen früheren Maschinisten, die mit den Maschinen bestens vertraut sind, an den Ort des Geschehens. Man schwelgt in alten Erinnerungen und läßt schon fast vergessene Geschichten wieder aufleben.

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Der Maschinist Gerhard Woyciewski (links) und der ehemalige Schiffsführer Carolus (rechts vorne).
SJ (Mai 2003)

Benefizveranstaltung zu Gunsten der Fähre auf Schloss Salem

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Als dritte große Organisation des Denkmalschutzes in Baden-Württemberg, nach der Stuttgarter Denkmalstiftung GmbH und dem Denkmalamt des Landes Baden-Württemberg, unterstützt nun auch die Denkmalstiftung Baden-Württemberg unser Restaurierungsprojekt mit insgesamt 100.000 Euro, zahlbar jeweils zur Hälfte in den Jahren 2002 und 2003. Zur teilweisen Finanzierung dieses Beitrags hatte die Denkmalstiftung Baden-Württemberg einen handverlesenen Personenkreis aus ganz Deutschland am 21. September 2002 zu einer Benefiz-veranstaltung zu Gunsten unserer alten Fähre nach Schloss Salem eingeladen. Die Liste der rund 120 Anwesenden las sich wie das "who is who" der süddeutschen Adelshäuser, Wirtschaft und Industrie. Die Politik repräsentierten unter anderem der baden-württembergische Umwelt- und Verkehrsminister Ullrich Müller und der Landrat des Bodenseekreises, Siegfried Tann.

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Für den Förderverein 'Rettet die MEERSBURG ex KONSTANZ!' waren Klaus Kramer (1. Vorsitzender), Andreas Thöni (Kassenwart) und Rudolf Christiani (Personalchef) anwesend. Für den Verein war der feine Ort der Veranstaltung fast schon ein Heimspiel, denn der Hausherr von Schlosses Salem, S.K.H. Max von Baden, ist seit vielen Jahren Mitglied in unserem Förderverein und ein großzügiger Förderer unseres Projektes.

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Der Festredner der Veranstaltung Intendant Peter Voss.

Festredner Peter Voss, Intendant des Südwestrundfunks, zeigte sich beeindruckt, im barocken Kaisersaal des Schlosses vor Angehörigen beider Fürstenhäuser sprechen zu dürfen, die unserem Bundesland den Namen geben. Voss würdigte unsere Fähre als "eine technische Pioniertat" der Region. Sie sei "die authentische Urahnin aller Binnenfährschiffe, nicht nur auf dem Bodensee, sondern auch auf vielen anderen wichtigen europäischen Binnengewässern".

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Prinz Bernhard von Baden

Gastgeber Prinz Bernhard von Baden dankte in einer eindringlichen Rede, in der er die dringende Notwendigkeit eines aktiven Denkmalschutzes hervorhob, allen Anwesenden für ihre "staatsbürgerliche Verbundenheit mit der Aufgabe, Kultur und Denkmale zu erhalten". Denkmalpflege diene, so der Prinz, mittelbar auch der Wirtschaftsstandortpflege.

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Volker Scholz, Vorstandsvorsitzender der Denkmalstiftung Baden-Württemberg

Der Vorstandsvorsitzende der Denkmalstiftung Baden-Württemberg, Volker Scholz, begründete in seiner Ansprache, warum die Fähre MEERSBURG ex KONSTANZ für seine Stiftung förderwürdig ist: Das 1928 gebaute Schiff sei einst für die gesamte Bodensee-Region von höchster wirtschaftlicher Bedeutung gewesen. Nach dem Ersten Weltkrieg sei Konstanz wirtschaftlich von seinem natürlichen schweizer Hinterland abgeschnitten gewesen. In dieser Situation habe der Bau der Fähre für die Stadt Konstanz Rettung in letzter Minute bedeutet. "Das Fährschiff hat die Bodenseemetropole Konstanz buchstäblich vor dem wirtschaftlichen Ruin bewahrt." Nach ihrer Restaurierung werde das historische Fährschiff das erste schwimmende Denkmal des Landes Baden-Württemberg sein. Ganz nach dem Motto "Bürger schützen Denkmale" habe es sich der Verein 'Rettet die MEERSBURG ex KONSTANZ!' zur Aufgabe gemacht, das Fährschiff und die dazugehörige Beladebrücke nach ihrem ursprünglichen Stand zu restaurieren und die Fähre als erstes echtes Museumsschiff der Region wieder in Fahrt zu bringen. Aus diesem Grund unterstütze die Denkmalstiftung Baden-Württemberg den Verein 'Rettet die MEERSBURG ex KONSTANZ!' e.V. bei seinem ehrgeizigen Vorhaben.

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S.K.H. Herzog Carl von Württemberg überreicht Klaus Kramer im früheren Marstall des Schlosses einen symbolischen Scheck über 35.000 Euro.

Im einstigen Marstall des Schlosses, zwischen leckeren Speisefolgen vom warmen Buffet, überreichte S.K.H. Herzog Carl von Württemberg dem Vereinsvorsitzenden Klaus Kramer einen symbolischen Scheck über 35.000 Euro. Die stolze Summe war allein an diesem Abend von den anwesenden Gästen und Freunden der Stiftung aus Wirtschaft und Industrie zur Förderung unseres Fähreprojektes gespendet worden. Der Spendenbetrag wird zur teilweisen Refinanzierung der 100.000 Euro-Beteiligung der Denkmalstiftung an der Fährerestaurierung dienen. Bei der Scheckübergabe erzählte Herzog Carl von Württemberg, wie er als Jugendlicher die Fähre MEERSBURG ex KONSTANZ einmal während einer Überfahrt steuern durfte.

Die Denkmalstiftung Baden-Württemberg wurde 1985 auf Initiative S.K.H. Herzog Carl von Württemberg und dem damaligen Ministerpräsidenten Lothar Späth gegründet, um bürgerliches Engagement bei der Erhaltung von Denkmalen finanziell zu unterstützen. Seit ihrer Gründung wurden von der Stiftung rund 820 Kulturdenkmale mit insgesamt 36 Millionen Euro gefördert. Hiervon flossen alleine 1.94 Millionen Euro in verschiedene Denkmalprojekte des Landkreises Konstanz.
kk (Sept 2002)

Sponsoring

Der Verein sucht noch dringend Unterstützung durch kompetente Fachfirmen, in Form von Sachspenden (Strahlgut, Werkzeug, Strahleinrichtungen usw). Auch für Geldspenden wäre der Verein sehr dankbar. Handelt es sich doch um ein Technisches Denkmal, das es gilt auch für die nächste Generation zu erhalten.

Als Webeträger ist es sicher geeignet. Bitte helfen Sie mit und melden sich bei dem 1.Vorsitzenden H. Klaus Kramer.  wb

Mitarbeiter gesucht

Mitglieder aus dem Großraum Konstanz, die evtl. ab und zu ein paar Stunden Zeit haben, um auf der Baustelle mitzuarbeiten (Aufräumarbeiten) werden gebeten sich mit dem 1. Vorsitzenden H. Kramer in Verbindung zu setzen. wb

Mithilfe von Mitgliedern

Mitglieder aus dem Großraum Konstanz, die evtl. ab und zu ein paar Stunden Zeit haben, um auf der Baustelle mitzuarbeiten (Aufräumarbeiten) werden gebeten sich mit dem 1. Vorsitzenden H. Kramer in Verbindung zu setzen. wb