Berichte aus dem Jahr 2007

Inhalt:
Seit Oktober `06 präsentiert sich die Fähre in ihrem neuen schwarz/weiß/roten Farbkleid
Vom Roh- zum Fertigbau
Einbau der originalen Wellen- und Ruderanlage
Einbau der Alten Technik
Notwendige Änderungen im Rumpf
Die Verlegarbeiten der neuen Decksplanken haben begonnen

Seit Oktober `06 präsentiert sich die Fähre in ihrem neuen schwarz/weiß/roten Farbkleid


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Vom Roh- zum Fertigbau

Nach erfolgter Fertigstellung der Arbeiten am Rumpf konnte die Abnahme durch das Schifffahrtsamt erfolgen. Die Einfassung für die Scheuerleiste wurde ausgebessert und gerichtet. Einige Bullaugen mussten durch neuere ersetzt werden, die originalen Bullaugen wurden restauriert und wieder eingebaut. Die Abdeckungen für die Seilzüge der Maschinentelegraphen wurden angefertigt und an den Deckshäusern montiert.

Der komplette Rumpf wurde innen und außen mit einem besonders widerstandsfähigen 2-Komponenten Epoxy-Schutzanstrich versehen.

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Farbaufbau fertig für den Schlussanstrich

Die Holzhäuser wurden, bevor sie auf den Deckshäusern platziert werden konnten, nochmals überarbeitet und haben ihren Feinschliff bekommen. Auch die zwischenzeitlich angefertigten Fenster und Türen für die Steuerhäuser stehen für ihren Einbau bereit.

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Feinschliff an den Deckshäusern, Fenstern und Türen.

Für die Beplankung wird Sibirische Lärche verwendet. Nur ausgesuchte Hölzer mit weitgehend stehenden Jahresringen (sogenanntes Riftholz) kann für die Beplankung verwendet werden. Mehrfach werden die gesägten Planken gesichtet, um so ein optimales Ergebnis zu erzielen. Die Planken sind kammergetrocknet, haben fertig zugerichtet die Abmessung 100x40 und sind bereits mit einer Fase versehen, welche später zum Kalfatern benötigt wird.

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Die Planken für die Aufbauten liegen fertig zugeschnitten für die Verlegung bereit.

Einbau der originalen Wellen- und Ruderanlage


Die Seilwinden wurden restauriert, repariert und aufgestellt. Dann wurden natürlich auch der Anker und die Ankereinrichtung restauriert bzw. neu hergestellt. Nun konnten auch die Revisionsluken eingebaut werden. Dann wurden sämtliche Decklöcher verschweißt und die Wasserabläufe für die Aufbauten hergestellt.

Bei der Fa. Escher Wyss in Ravensburg wurden die Sandstrahl- und Richtarbeiten der Wellen durchgeführt. Auch die Lagerstellen der Antriebswellen wurden überarbeitet und sind nun größtenteils für den Einbau bereit. An den Schottwänden sind die Wellendurchführungen mit ihren Stopbuchsen überarbeitet und vormontiert. Sowohl die starren Wellenverbindungen und die Schaltkupplungen wurden überarbeitet und zusammengebaut. Dabei wurden schadhafte Teile erneuert, sodass nun die Funktion der Kupplungen wieder sichergestellt ist.

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Die instandgesetzte Wellenanlage wurde zur Begutachtung und Bestimmung auf dem Deck ausgelegt ...

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... und danach mitsamt der Kupplung, Lager und Stopfbuchsen eingebaut

Der alte Seekasten wurde restauriert. Und natürlich der alte Dieseltank geprüft, gereinigt und repariert. Dann wurde endlich die Wellenanlage zusammengetragen, zugeordnet und fehlende Teile besorgt. Und zu letzt  die Kupplungen instandgesetzt und montiert, die Lager restauriert und Stopfbuchsen, Flansche und die Schrauben gereinigt.

Die alte Rudersteuerung ist teilweise restauriert. Bevor die Ruderblätter wieder eingebaut werden konnten, mussten diese neu verschweißt werden. Die oberen Lager mussten aufgeschweißt und danach wieder ausgedreht werden. Auch die Lager unter der Ruderaufnahme wurden, da diese stark ausgelaufen waren, aufgeschweißt und mit einem eigens angefertigten Ausdrehkopf wieder auf Maß gebracht. Die Führungen, Umlenkrollen und Abdeckungen der Rudergestänge und Steuerketten im Schiffsrumpf konnten bereits überarbeitet werden. Der vorhandene Steuerbock wurde vollständig restauriert und diente gleichzeitig als Vorlage für die Anfertigung des zweiten Steuerbocks. Sobald dieser wieder auf der Werft eintrifft kann die Ruderanlage komplettiert werden.

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Das originale Ruder ist wieder fertig montiert.

Einbau der Alten Technik

Die ursprüngliche Luftführung im Schiffsrumpf wurde restauriert. Nicht mehr vorhandene oder zu stark korrodierte Teile der Luftkanäle und die inneren Trichter wurden nachgebaut und montiert.

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Eine originale Lufthutze steht

Motor- und Wellenabdeckung sind ausgebessert bzw. neu hergestellt. Die original Flurplatten wurden gereinigt und lackiert, fehlende Flurplatten ersetzt und wieder eingebaut.

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Wellen- und Motorabdeckbleche können eingebaut werden

Die Rohrleitungen und Handlenzpumpe der Lenzanlage wurden gesichtet, gereinigt, repariert und grundiert, fehlende Teile ersetzt und eingebaut.

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Die originale Lenzanlage ist wieder betriebsbereit.

Die Handlenzpumpe wurde wie auch weitere im Schiff vorhanden Handpumpen durch Auszubildende der Fa. Allweiler überholt und sind nun wieder funktionstüchtig - nochmals vielen Dank an dieser Stelle für die tolle Unterstützung!

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Stolz präsentieren die Auszubildenden die über- arbeiteten Handpumpen

Notwendige Änderungen im Rumpf

Der Einbau der für eine Fahrzulassung notwendigen zusätzlichen neuen Antriebe erforderte eine weitere Schottwand. In das ursprüngliche vorhanden Kollisionsschott wurden die Fundamente für die neuen Antriebe eingeschweißt.

Bevor wir mit dem Farbaufbau beginnen konnten, wurde nochmals der komplette Schiffsrumpf überprüft. Der Schiffskörper wurde komplett innen und außen überschliffen. Pünktlich zum Tag des offenen Denkmals 2006 konnten wir die Hauptarbeiten abschließen. Das Schiff wurde einmal komplett gestrichen, innen und unterhalb Scheuerleiste zweimal.

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Farbaufbau innen ...

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... mit Blick in den neuen Motorraum.

Zwei neue Schotttüren wurden gefertigt und eingebaut. Die alten Schotttüren gerichtet. Brunnen und Fundamente für Schottel Pump-Jet fertig geschweißt.

Die Verlegarbeiten der neuen Decksplanken haben begonnen


Für die Beplankung der 4 Aufbauten wird ca. 2,3m³ fertig verlegtes Holz benötigt. Um eine möglichst große Auswahl an qualitativ hochwertigen Deckplanken (prime & better) zu bekommen, ist mehr als die doppelte Menge Sibirischer Lärche als Blockware bestellt worden.

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  • Auswahl und Zuschnitt der Decksplanken von dem ersten Aufbaudeck
  • Verlegen der Dielen und Anfertigen der Leibholzmodelle
  • Anfertigen und Einpassen der Leibhölzer
  • Verlegen und Einpassen der Dielen auf den Aufbauten -Markieren und Bohren der Löcher

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  • Fertigstellung der Holzbeplankung auf dem ersten Deck
  • Setzen der Stehbolzen
  • Auftrag der Zwischenlage mit einer langfaserigen Bitumenspachtelmasse
  • Dielen in die Bolzen setzen und verschrauben

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Abdichten der Fugen mit Hanf (Dichtwerg), welches auf die passende Dicke und Länge entfasert wird.

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  • Mit einem Dichteisen mit null Rabatte (fein) wird das Werg schlaufenförmig und gleichmäßig hineingeschlagen.
  • Hierauf treibt man das Werg mit einem Eisen mit einer einfachen Rabatte (mittel) tiefer in die Nut hinein.
  • Abschließend wird das Werg mit einem Eisen mit einer doppelten Rabatte (grob), passend zur Nutbreite, fester zusammengetrieben. Profis erkennen am dumpfen Klang, ob das Werg gleichmäßig zusammengepresst wurde. Alle diese Eisen werden mit einem Dichthammer (Kalfathammer) getrieben.